Seminar für Praktische Theologie, Abt. Pastoraltheologie

Prof. Dr. Philipp Müller

Copyright: Pfarrei St. Martin, Bingen

Willkommen auf den Seiten der Pastoraltheologie!

Dieses Bild, das sich unweit von Mainz in der Kapuzinerkirche Bingen befindet, drückt viel über das Selbstverständnis der Pastoraltheologie aus: Als praktisch-theologische Disziplin bezieht sich die Pastoraltheologie auf die christlich-kirchliche Praxis, die sie mit Bezug auf die kirchliche Tradition und im Kontext der sozio-kulturellen Situation der Gegenwart reflektieren und optimieren möchte. Dies geschieht auf der biographischen, gruppalen, gemeindlichen und kirchlichen Ebene.

Zu den konkreten Feldern, die dabei in den Blick genommen werden, zählen etwa die Seelsorge, die Sakramentenpastoral, christliche Sozialformen wie (Pfarr-)Gemeinden und Bewegungen, das missionarische Handeln der Kirche - aber auch die Analyse der gegenwärtigen religiösen Landschaft sowie die christliche Spiritualität, ohne die ein kirchlicher Selbstvollzug nicht denkbar ist. Die Pastoraltheologie arbeitet dabei innertheologisch und interdisziplinär mit anderen Wissenschaften zusammen.

Aktuelles

 „Die Menschen haben vergessen, dass sie Gott vergessen haben.“ (A. Noack)

Exkursion des Hauptseminars „Missionarische Pastoral in Deutschland“ des Fachbereichs Pastoraltheologie

Es sind eindrückliche Erlebnisse und Begegnungen, die der Gruppe der sieben Studierenden unter der Leitung von Prof. Dr. Philipp Müller und Dipl. theol. Mirjam Hake am Ende der Exkursion nach Leipzig bleiben. Ziel des Hauptseminars „Missionarische Pastoral in Deutschland“ war es, die theologischen Grundlagen mit einem Blick in die Diaspora-Situation auf dem Gebiet der ehemaligen DDR zu verbinden. In Begegnungen mit Verantwortlichen in Theologie und Kirche wurde dem nachgespürt, was Christ-Sein in einer säkularen Umgebung heißt und wie Kirche noch agieren kann, wenn die These stimmt: „Die Menschen haben vergessen, dass sie Gott vergessen haben.“

Auftakt der Exkursion war ein Besuch in Erfurt, wo die Katholische Arbeitsstelle für Missionarische Pastoral (KAMP) angesiedelt ist. Im Gespräch mit Dr. Hubertus Schönemann und Dr. Markus-Liborius Hermann wurden die ersten Fragen aufgeworfen, was Mission heute heißt, wie Kirche ein relevanter Gesprächspartner für Gesellschaft bleibt und welche Bedeutung das persönliche Glaubens- und Lebenszeugnis heute hat.

„Wer hier katholisch ist, der weiß auch warum“, so benannte P. Philipp König OP die Situation der Gemeinden in Leipzig, stellvertretend für viele Gemeinden auf dem Gebiet der ehemaligen DDR. Die Säkularisierung, die in den 40 Jahren der DDR vorangetrieben wurde, ist bis heute spürbar. Sie führt jedoch gleichzeitig zu einer großen Identifikation der Christen mit „ihren“ Gemeinden, was sich in einem hohen ehrenamtlichen Engagement ausdrückt.

In Gesprächen mit Vertretern der Katholischen Studierendengemeinde, den Dominikanern, Universitätsprediger Prof. Dr. Zimmerling und Andreas Knapp wurde immer wieder das Bild einer zwar zahlenmäßig kleinen aber starken Kirche vermittelt, die ihren Beitrag zum öffentlichen Leben leistet und dabei weniger missionieren, als vielmehr lebendiges Zeugnis sein will.

Die Teilnehmer blicken zurück auf eine gelungene und anregende Exkursion, bei der man zwar vielleicht mehr Fragen als Antworten mit nach Hause nehmen konnte, die aber umso mehr zum Nachdenken anregt, welche Relevanz Evangelium und Kirche für die heutige Zeit haben und wie der christliche Glaube heute fruchtbar werden kann.